Monatsarchiv für Juli 2009

Die Grünen Burghaslach unterstützen Masseneinwendung

dieGruenen am 25. Juli 2009

Im Rahmen des Ausbaues der Staatsstraße 2261, hier Strecken- abschnitt westlich von Rosenbirkach, plant der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Ansbach, das anfallende Oberflächenwasser nach einer Zwischenspeicherung in Regenrück- haltebecken ungeklärt über Gräben in den Haselbach einzuleiten.

Auf den ersten Blick eine übliche Art der Straßenentwässerung.

Bei genauerem Hinsehen jedoch ergeben sich erhebliche Bedenken gegen diese Vorgehensweise, die mehr als 100 Bürger der Gemeinde Burghaslach dazu veranlasste, eine Masseneinwendung gegen das geplante Vorhaben zu unterzeichnen.

Die Staatsstraße 2261 wird nach Angaben des Straßenbauamtes Ansbach auf eine Breite von 2 x 3,25 m ausgebaut. Täglich befahren im Schnitt 916 Fahrzeuge die Strecke. Nicht berücksichtigt sind in dieser Zahl Prognosen, die insbesondere eine starke Zunahme des Schwerlastverkehrs befürchten lassen.

Das von einer Staatsstraße ablaufende Niederschlagswasser ist hoch- belastet mit Schadstoffen und Schwermetallen, Bremsen-, Reifen- und Fahrbahnabrieb sowie Streusalz, Ölspuren und andere Betriebsstoffe der Fahrzeuge. All diese Stoffe sind geeignet, langfristig den Grundwasserkörper einer Region nachhaltig und irreversibel zu schädigen. Untersuchungen ergaben, dass Straßenabwässer die für Trinkwasser aufgestellten Grenzwerte in enormer Höhe überschreiten. Bei Chloriden bis zu 500-fach, bei Blei bis zu 20-fach und bei Cadmium bis zu 10-fach. Selbst die Grenzwerte für Industrieabwässer werden von Fahrbahnabflüssen um das 10-fache überschritten.

Nach den Plänen der Behörden sollen diese belasteten Ober- flächenabwässer weiterhin über offene Gräben den Burghaslacher Fließgewässern zugeführt werden. Ein Teil des belasteten Wassers wird bereits im Grabensystem vor Ort versickern, der Rest flösse über den Haselbach in die Rimbach und weiter in die Haslach.

Der chemische Zustand des Grundwasserkörpers des Gebietes wird ausweislich der im Internet verfügbaren Stammdaten bereits jetzt als schlecht bewertet. Auch der Zustand der Fließgewässer wird in den Gewässerkartierungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt als mäßig angegeben (siehe zum Beispiel  www.bis.bayern.de oder www.wrrl.bayern.de).

Vergessen wurde wohl bei den Planungen, dass der Rimbachgrund – ebenso wie Rosenbirkach – nicht an der zentralen Fernwasser- versorgung angeschlossen ist. Vielmehr beziehen die Bürger ihr Trink- wasser aus hauseigenen Brunnenanlagen. Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach hingegen scheint die Problematik erkannt zu haben. Wie sonst lässt es sich erklären, dass ein Schreiben des Amtes vorliegt, in welchem es für zweckmäßig erachtet wird, "diejenigen Hausbrunnen, die sich in unmittelbarer Nähe zur Baumaßnahme befinden in Zusammenwirken mit dem Gesundheitsamt vor Baubeginn zu beproben und die Wasserqualität zu dokumentieren."

Eine Staatsstraßenentwässerung in der geplanten Form würde diese Grundwasserproblematik langfristig sicherlich verschärfen.

Durch die Masseneinwendung erhoffen sich die unterzeichnenden Bürger, die Behörden mögen ihre Vorstellungen der Straßen- entwässerung nochmals überdenken und beim Neubau der Straße eine Lösung suchen, die eine weitere Gefährdung des Grundwassers dauerhaft ausschließt.

Schlussendlich sei die Bemerkung erlaubt, dass wir uns auch bei diesem Bauprojekt im Landschaftsschutzgebiet des Naturparkes Steigerwald befinden. Weitere baurechtliche Missachtungen der Schutzzone würden die Ausweisung dergleichen ad absurdum führen.

 

Weiterführende Informationen:

 

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